Beachten Sie, das zur Zeit noch nicht alle Hotels und Gaststätten geöffnet haben.


Frühlingserwachen

Wenn die Pfirsichbäume blühen, dann erwacht der kleine Moselort Beilstein aus dem
Winterschlaf. Die Cafés werden geputzt, Terrassen geschrubbt, Stühle rausgestellt,
Kuchen gebacken. Fehlen eigentlich nur Sonne und Gäste.
Der kleine Ort ist (immer wieder) eine Reise wert. Denn wie kaum ein anderer pflegt er
seine Geschichte. Als der historische Ortskern vor mehreren Jahren unter
Denkmalschutz gestellt wurde, gab es keinen einzigen Einwohner, der Widerspruch einlegte.
Hier, in Beilstein, kennt jeder jeden. Bei ca.130 Einwohner
ist das kein Wunder. Alles ist putzig klein, trotzdem pulsiert das Leben. Früher lebte
Beilstein vom Handel, heute von den Gästen.
Unseren Rundgang beginnen wir an der Klostertreppe. Die 108 Stufen zum
Karmeliterkloster hoch haben schon eine gewisse Berühmtheit erlangt, waren Kulisse
im Heinz- Rühmann- Film „ Wenn wir alle Engel wären“ und in dem BBC-Streifen „Vanity Fair“.
Weiter geht’s ins „Gässchen“. So nennen die Einheimischen die Weingasse, die ins
ehemalige jüdische Viertel führt.
Dort befindet sich auch die um 1320 gebaute Synagoge in der sich heute die Galerie 13 befindet.
Über das alte Kopfsteinpflaster marschieren wir in die Bachstraße zum Café
Klapperburg. Zum einem gibt es hier eine Kaffeemühlensammlung, zum andern gibt es
eine uralte Geschichte zu erzählen. Als während des Dreißigjährigen Krieges die Lepra
in Beilstein ausbrach, war die Klapperburg das Leprahaus. Dort siechten die
Aussätzigen dahin. War ein Lebrakranker im Ort unterwegs, hat er mit einer
Holzklapper signalisiert, dass er ein Aussätziger ist.
Es geht weiter, zum Marktplatz wo sich das Zehnthaus befindet. Dort wurde der den
Bauern und Winzern abgepresste Zehnt (der zehnte Teil ihrer Jahresernte) gelagert.
Weiter geht’s hoch zur Burgruine Metternich. Zugegeben: Für den Weg nach oben
braucht man Puste, dafür wird man aber mit einem wundervollen Blick auf die
Mosellandschaft belohnt. Und erst die Ruhe! Nur ganz leise hört man das Tuckern eines
Schiffes, das gegen die Strömung ankämpft.
Direkt an der Burg vorbei führt die Wanderroute durch die Weinberge wieder ins Tal.
Noch sind die rosafarbenen Blüten der Pfirsichbäume die einzigen Farbtupfer in der
Landschaft. Doch das wird nicht mehr lange so sein. Der Frühling steht in den
Startlöchern, und spätestens dann ist der Winterschlaf in Beilstein endgültig vorbei

Moselsteig ausgezeichnet: O Mosella, dein Steig ist der schönste im Land

In der Kategorie "Routen" (Weitwanderwege) siegte der 365 Kilometer lange Moselsteig mit 41 Prozent der abgegebenen Stimme klar. Platz zwei belegt der Werra-Burgen-Steig in Hessen, der Rennsteig (Thüringen) landet auf Platz drei.

Die Auszeichnungen "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" und "Leading Quality Trail - Best of Europe" hatte er schon eingeheimst. Nun darf der Moselsteig mit seinen 24 Etappen sowie den Seitensprüngen und Traumpfaden als Partnerwegen auch den Titel "Deutschlands Schönster Wanderweg" führen. Sabine Winkhaus-Robert, Geschäftsführerin der Regionalmarketinggesellschaft Mosellandtouristik, ist begeistert: "Wir sind sehr stolz und sehen das als Auszeichnung durch die Gäste, die zu uns in die Region kommen, als Auszeichnung durch unsere Wanderer", sagt sie.

Unter der Regie der Mosellandtouristik war das 680 000 Euro teure Mammutprojekt Moselsteig innerhalb von gut fünf Jahren verwirklicht worden. Im April 2014 war der Premiumweitwanderweg offiziell eröffnet worden. Seither hat er sich längst zu einem Magneten für Wanderer jedes Alters entwickelt. Dass der Steig nur zwei Jahre nach Eröffnung von Nutzern schon zu einem der schönsten Wanderwege Deutschlands gekürt wurde, freut Winkhaus-Robert und ihre Mitstreiter. Ausdrücklich betrachtet sie den Titel jedoch auch als Lob für die Kommunen, die Gastgeber, die Wegepaten und den Eifelverein, die hinter dem Weg stehen und sich um dessen Erhalt und Pflege kümmern.

Darüber, welche Weitwanderwege und Tagestouren für die Wahl zu Deutschlands schönsten Wanderwegen nominiert wurden, hatte eine Jury entschieden, die aus fünf Experten der Zeitschrift "Wandermagazin" bestand. In der Nominierungsbegründung hieß es über den Moselsteig unter anderem, die Mosel fungiere hier "als Bühnenbildnerin, als Dramaturgin und Burgen- und Weinkönigin". Und weiter: "Die Liste der kulturellen und kulinarischen Höhepunkte der Route von Perl bis Koblenz ist unendlich." So viel Lob aus berufenem Munde, nämlich von einem "anerkannten Fachmagazin" (Winkhaus-Robert), hört man bei der Mosellandtouristik selbstverständlich gern. Auch bei der Rhein-Mosel-Eifel-Touristik (Remet), dem Tourismuszweckverband in Landkreis Mayen-Koblenz, ist die Freude über die Auszeichnung für den Moselsteig groß. Immerhin, so betont Mitarbeiter Michael Schwippert, verläuft der Weitwanderweg in großen Teilen auch über die eigenen Traumpfade an der Mosel. Darüber hinaus hatte die Remet in den vergangenen Monaten auch aktiv die Werbetrommel für den Moselsteig gerührt. "Wir sind sehr begeistert. Wir haben den Titel ja schon viermal mit unseren Traumpfaden gewonnen und wissen, was damit einhergeht", betont Michael Schwippert.